Die Äußerungen von Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem Interview mit der Schweizer Boulevardzeitung Blick zur Lage in der Ukraine, wonach jeder Krieg mit Verhandlungen endete, kamen heute überraschend.
Die „Kronen Zeitung“ (Online-Ausgabe) titelte „Historischer Holler“, Militäranalytiker Gerald Karner sagte im Kurznachrichtendienst von Twitter schlicht: „mit bedingungsloser Kapitulation“.
Wenn man sich von einem angeblichen Ungebildeten die Welt erklären lässt. Der Zweite Weltkrieg endete mit einer bedingungslosen Kapitulation.
Altkanzler Kurz: “Alle Kriege sind vorbei” – Ukraine – ›International https://t.co/KpjNDLcq7j
– Gerald Karner (@KarnerStrateg) 4. Juni 2022
„Das ist uns damals einfach aufgefallen. Die Situation ist zu hektisch“, sagte Kurz in dem Interview unter anderem. „Aber die gute Nachricht ist, dass jeder Krieg irgendwann in Verhandlungen geendet hat.“ Die Schriftstellerin Julya Rabinowich twitterte: „Die Verhandlungen mit Hitler waren ausgezeichnet!“ NEOS-Abgeordneter Helmut Brandstätter schrieb: Aber es könnte auch früher auffallen.“
Die Politikwissenschaftlerin und Grünen-Abgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic erklärte auf Twitter: „Nein, nicht alle Kriege endeten in Verhandlungen. Wenn man 2014 schon wusste, was Putin dachte, warum ist er dann nicht als Außenminister aktiv geworden?“ Der stellvertretende SPÖ-Klubchef Jörg Leichtfried zog einen Vergleich mit 1944: „Zumindest sind die Alliierten nicht in die Normandie gekommen, um zu verhandeln.“ Andere Führer wie die Kriege im ehemaligen Jugoslawien, am Golf und in Afghanistan.