Britischer Verteidigungsminister zum Krieg in der Ukraine
„Putins Pläne A, B und C sind gescheitert“
Der britische Verteidigungsminister sieht Putins Armee in einem schlechten Zustand. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj zeigte sich zuletzt siegessicher, forderte aber gleichzeitig mehr Waffen vom Westen.
Kremlchef Wladimir Putin (69) hatte eigentlich geplant, die Ukraine binnen weniger Tage zu übernehmen. Der Blitzkrieg ist gescheitert. Der Krieg hat mehr als fünf Monate gedauert. Putins Truppen sind jetzt in der Ostukraine konzentriert. Aber auch hier hört die Offensive auf. Der Widerstand ist zu groß.
Für den britischen Verteidigungsminister Ben Wallace (52) ist klar: Der russischen Armee geht es schlecht. In einem Interview mit „Sky News“ erklärten die Briten: „Momentan versagen die Russen vor Ort in vielen Bereichen.“ Folglich seien “Putins Plan A, B und C” gescheitert, und so werde sich der Warlord nun “nach Plan D umsehen”. Die Moral innerhalb der Truppen ist niedrig.
Außerdem fehlt es an Nachschub. Die russische Armee ist personell unterbesetzt. Daher würden neue Rekruten nach nur wenigen Tagen Ausbildung schnell an die Front gebracht. Doch nicht nur strategische, sondern auch technische Probleme lassen Putins Einmarsch ins Stocken geraten. Der britische Geheimdienst meldete kürzlich, dass sich Meldungen über kaputte russische Militärfahrzeuge häufen würden.
Wichtige Waffenlieferung aus Deutschland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) hat sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, dass die Ukraine den Krieg gewinnen wird. „Wir sind Bürger des stärksten Landes der Welt“, sagte er in einer Rede. “Wir werden keine neue Legende des heroischen Widerstands, sondern ein Siegerstaat.”
Nach eigenen Angaben hat die Ukraine bisher die Kontrolle über 20 Prozent ihres Territoriums verloren. Also forderte Zelensky mehr schwere Waffen vom Westen, um die russischen Angriffe zu stoppen und die besetzten Gebiete zurückzuerobern.
Erst kürzlich erhielt die Ukraine eine große Waffenlieferung aus Deutschland. Insbesondere gibt es drei Cheetah-Panzer, drei selbstfahrende Haubitzen und mehrere Raketenwerfer vom Typ Mars II, kurz für “mittleres Artillerie-Raketensystem”. Vor allem die Raketen dürften das russische Militär beunruhigen.
Der Mars kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 84 Kilometern treffen. Bis zu 12 Raketen können in 55 Sekunden abgefeuert werden. Und das Bundesverteidigungsministerium hat bereits angekündigt, mehr Militärgerät in die Ukraine zu schicken. Deutschlands Verteidiger sollen 16 Panzer namens Biber erhalten, die Brücken bauen können.
Russen praktisch machtlos gegen Raketenwerfer
Auch die USA liefern eifrig Waffen an die Ukraine. In jüngerer Zeit erhielt das ukrainische Militär von den Amerikanern mehrere Raketenwerfer namens Himars (High Mobility Artillery Rocket System). Raketenwerfer sind modern, leicht und präzise, auch auf große Entfernung. Die Himar haben eine Reichweite von 80 Kilometern.
Laut Hersteller kann Himars mehrere Raketen mit hoher Geschwindigkeit abfeuern und sich dann zurückziehen, damit der Feind die Raketenwerfer nicht anvisieren kann.
Die von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfersysteme M142 Himars verschaffen der Ukraine einen Vorteil. Denn das russische Raketenabwehrsystem S-400 hat praktisch keine Chance.
Nicht zuletzt wegen der schweren Waffen des Westens kann die Ukraine ihre Verteidigung gegen Russland wohl aufrechterhalten. Konzentrierten sich Putins Kämpfer mangels Erfolg zunächst auf die Ostukraine, wollen sie nun erneut das ganze Land angreifen. (AFP/obf)