US-Atomwaffen werden seit Jahren in Deutschland gelagert. Mit dem Krieg in der Ukraine steht das Thema wieder auf der politischen Agenda. Aber was sagt die Bevölkerung? Hier gehen die Meinungen auseinander.
Mehr als die Hälfte der Deutschen befürworten den Verbleib von US-Atomwaffen in Deutschland. Damit gibt es erstmals eine Mehrheit, berichtet die Tagesschau unter Berufung auf eine repräsentative infratest-dimap-Umfrage im Auftrag des Politmagazins ARD Panorama.
Demnach wollen 40 Prozent der Befragten, dass Atomwaffen unverändert bleiben, zwölf Prozent befürworten eine Modernisierung und eine Aufstockung. 39 Prozent der Befragten wollten einen Abzug.
Hohe Zustimmung bei grünen Anhängern
Insbesondere unter den Anhängern der Grünen (64 %) unterstützten viele die Stationierung von US-Atomwaffen. Anhänger von CDU und FDP stimmen mit 61 Prozent zu. Eine Mehrheit von 56 Prozent der AfD-Anhänger befürwortete den Abzug der Atomwaffen.
Auch zwischen Ost- und Westdeutschland gab es deutliche Unterschiede: Im Osten befürworten 38 Prozent der Befragten mehr Parken oder Lagern von Waffen, 54 Prozent wünschen sich einen Rückzug. Im Westen sprechen sich 56 Prozent der Befragten für mehr Parken oder Angebot aus.
EU-Atomwaffenpolitik: Europäische Union ist “nackt”
Unbestätigten Berichten zufolge lagern US-Atomwaffen auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass US-Streitkräfte 20 B61 thermonukleare Gravitationsbomben lagern, die unter deutschen Tornados blockiert werden können. Auch die F-35-Stealth-Flugzeuge, die die Bundesregierung kaufen will, sind atomwaffenzertifiziert. Deutschland selbst hat dagegen keine Atomwaffen. Seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hat die russische Regierung immer wieder vor der Gefahr eines Atomkriegs gewarnt, den der Westen als Drohung wahrnahm.
Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, sagte gegenüber „Panorama“: „Die heutige Europäische Union steht, um es deutlich zu sagen, nackt in einer Welt der Stürme.“ Er warnte: “Ohne externe Partner können sich die Europäer heute weder konventionell noch nuklear verteidigen.” Das hieße, “jetzt über die nukleare Option zu sprechen”. Frankreich ist das einzige EU-Land mit Atomwaffen.