Gepostet am 27. Juni 2022, 13:09 Uhr
Laut einem kürzlich erschienenen Drogenbericht übt Cannabiskonsum Druck auf die Gesundheitssysteme aus. Auch stärkere Medikamente geben Anlass zur Sorge.
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UNODC schätzt, dass 284 Millionen Jugendliche und Erwachsene Drogen konsumieren.
20min / Celia Nogler
Die UN-Agentur ist auch besorgt, dass andere stärkere Medikamente neue Märkte finden werden.
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Laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) belastet der wachsende Cannabiskonsum die Gesundheitszentren zusätzlich. In der Europäischen Union (EU) sind Hanfdrogen die Ursache für etwa 30 Prozent der medikamentösen Therapien, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hervorgeht. In Afrika und einigen lateinamerikanischen Ländern beziehen sich die meisten dieser Therapien auf die Cannabissucht.
Laut UNODC hat der wachsende Markt für Haschisch und Marihuana zusammen mit dem regelmäßigen Konsum zu einer Zunahme von Sucht und psychischen Erkrankungen in Westeuropa geführt. Auch in Nordamerika nimmt durch die Legalisierung von Cannabis der Konsum zu, vor allem bei jungen Erwachsenen. Dem Bericht zufolge stehen immer mehr psychiatrische Störungen und Selbstmorde im Zusammenhang mit regelmäßigem Cannabiskonsum. Auch Krankenhausaufenthalte nehmen zu. UNODC räumte ein, dass der legale Verkauf dieser Drogen die Steuereinnahmen erhöht und die Verhaftungen wegen Cannabisbesitzes reduziert hat.
284 Millionen Jugendliche und Erwachsene konsumieren Drogen
Die Drogenkontrollbehörde der Vereinten Nationen stellte außerdem fest, dass der mit Abstand größte Schaden in Nordamerika weiterhin von gefährlichen Opioiden ausgeht. Eine solche heroinähnliche Substanz ist Fentanyl. Nach vorläufigen Schätzungen werden 2021 in den USA etwa 108.000 Menschen an einer Überdosis sterben, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. UNODC spricht von einer weiteren „Opioid-Epidemie“, die durch den Missbrauch des Schmerzmittels Tramadol in Nord- und Westafrika sowie im Nahen Osten verursacht wurde. Es gibt auch Hinweise auf den Konsum von Tramadol-Drogen in Asien und Europa.
Die UN-Agentur ist auch besorgt, dass andere stärkere Medikamente neue Märkte finden werden. Sicherstellungen weisen darauf hin, dass sich der Kokainschmuggel über die Hauptverbreitungsgebiete von Nordamerika und Europa hinaus nach Afrika und Asien ausdehnt. Methamphetamin, das ebenfalls ein Genussmittel ist, ist nicht mehr nur in Ost- und Südostasien ein Problem, sondern auch in Ländern wie Afghanistan und Mexiko.
UNODC schätzt, dass 284 Millionen Jugendliche und Erwachsene Drogen konsumieren. Diese Berechnungen basieren auf den letzten verfügbaren Zahlen für 2020. Mehr als elf Millionen Menschen injizieren Drogen mit Spritzen. Die Hälfte von ihnen ist mit Hepatitis C infiziert, 1,4 Millionen leben mit HIV.
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(DPA)