Unfall auf der B22 Tödlicher Doppelunfall erschüttert Rötz

Ein Radfahrer stirbt auf der B22 an der Unfallstelle. Kurz darauf wurden zwei Fahrer bei einem Zusammenstoß schwer verletzt. Von Petra Scholocher

Schwerer Verkehrsunfall auf der B22 bei Rötz Foto: Petra Schoplocher

Rötz Es waren stressige Stunden am Samstagnachmittag, und auch für Rettungsschwimmer sehr fordernd: Innerhalb einer Stunde verunglückte ein 51 Jahre altes Zweirad tödlich auf der Bundesstraße 22, wenig später waren die Helfer nur noch wenige Kilometer entfernt bei einem weiteren Crash mit zwei Schwerverletzten weggerufen.

Wie die Polizei mitteilt, wollte ein 44-jähriger Mann aus dem Altlandkreis mit seinem Golf von Norden kommend links abbiegen, um die Tankstelle zu betreten. Er scheint das Zweirad, das in Richtung Weiden fahren wollte, übersehen zu haben. Der Fahrer des GTI musste mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, später rückte ein Sachverständiger an die Unfallstelle. Die Bundesstraße 22 war für mehrere Stunden gesperrt.

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Die Reanimation des 51-jährigen Mannes blieb ohne Erfolg

Zwar begannen die Ersthelfer schnell mit der Reanimation und Rettungssanitäter und Notarzt versuchten sofort, den Radfahrer zu behandeln, der noch am Unfallort verstarb. Dorthin wurde er von Pastor Alexander Dydychenko gerufen, der dem Mann aus dem niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau die letzten Sakramente spendete und mit den Einsatzkräften ein Gebet sprach. Der Rettungsdienst wurde von Tobias Muhr mit zwei Rettungswagen aus Rötz und einem aus Waldmünchen geführt.

Der zweite Verkehrsunfall ereignete sich bei Rhan kurz nach einem tödlichen Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Pkw auf der B22. Foto: Petra Scholocher

Als der Rettungshubschrauber in der Nähe der B22-Tankstelle abhob, um in Richtung Regensburg abzubiegen, ohne etwas zu erreichen, folgte sofort der nächste Notfall zwischen Rhan und Schönthal, mit der außerordentlichen Folge, dass die Maschine zuerst eintraf. Ein 68-jähriger Mann wollte mit seinem Skoda links in Richtung Schönthal abbiegen und ignorierte laut Polizei einen 21-jährigen Mann. Der junge Mann kam aus Schönthal und wollte vermutlich geradeaus.

Bei der Kollision wurde der Skoda der Frau in eine Ampel und der Audi des Mannes in ein Feld geschleudert. Der Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten aus dem Altlandkreis nach Erstversorgung in eine Regensburger Klinik. Der 68-jährige Mann wurde nach Angaben von “patientenfreundlichen” Rettungsdiensten mit Spreizer und Schere gerettet, wie Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck mitteilte. Sie wurde schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auch dieser Sanka kam, wie viele Feuerwehrleute und Notarzt Klaus Hör, direkt aus Rötz.

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Am Samstag kam es bei Rötz zu zwei schweren Verkehrsunfällen. Foto: Petra Scholocher

Die zweite Alarmierung stellte die Feuerwehr vor eine logistische Herausforderung, die sie auf unkonventionelle Weise löste: Die Einsatzkräfte wurden „divers“ auf die Einsatzfahrzeuge verteilt, um möglichst schnell und effizient zu sein. Was die plötzliche Doppelbelastung nicht erleichterte: Rötz’ Unfall war der vierte innerhalb weniger Tage, an dem ein Zweirad beteiligt war.

Diese Häufung treibt auch den Waldmünchner Polizeipräsidenten Thomas Schröpfer an. Es hat keine direkte Erklärung, ein Zusammenhang mit der allgemeinen Frühlingsrenaissance wäre denkbar. „Es sind einfach mehr Zweiräder auf der Straße.“ Andere Verkehrsteilnehmer werden sich vielleicht nicht (wieder) daran gewöhnen. Die Folge: Die Schwächsten werden übersehen. Schröpfers Einschätzung geht von den Ursachen der vier Kollisionen aus. Radfahrer wurden dreimal für schuldig befunden.

Die Polizei werde kontrollierter reagieren, verspricht der Hauptkommissar. Auch mit Radfahrern sollte das Gespräch gesucht werden, um sie auf die Gefahr aufmerksam zu machen und auf ein sicheres Fahrtraining hinzuweisen. Aufklärung ja, Panik verbreiten nein, relativiert Schröpfer, dass die Unfallserie nur eine unglückliche Momentaufnahme sein könne.

Der Schutz wurde nachgewiesen

Laut Kreisbrandmeister Michael Sturm, der gemeinsam mit Norbert Auerbeck den Einsatz in Rötz leitete, hat sich der erstmals von den Feuerwehren Hiltersried und Hillstett verantwortete Gelenksichtschutz bewährt. Dadurch konnten sich die Retter ohne die Augen der Zuschauer um den verletzten Rollerfahrer kümmern. Um alles andere, wie Umleitungen und die Sicherung der Absturzstelle, kümmerten sich Aktivisten aus Rötz, Schönthal und Pillmersried. Beim zweiten Unfall wurden auch die Betriebshöfe Döfering, Geigant, Waldmünchen, Rötz und Steegen-Flischbach benötigt. Auch der Bezirksfeuerwehrkommandant Andreas Bierl eilte zum Einsatzort.

„Der Sichtschutz hat uns sehr geholfen“, sagt Thomas Schröpfer. Als Polizei und Feuerwehr eintrafen, hatten sich die ersten Schaulustigen bereits auf einem Parallelweg verteilt, schließlich befand sich die Unfallstelle an exponierter und belebter Stelle vor der Tankstelle. „Als die Mauer hochgezogen wurde, sind alle auf einmal gegangen“, ordnet der Abteilungsleiter den Sinn ein. Angesichts des herausfordernden Einsatzes lobte er die Feuerwehrleute, „sie sind einfach unschlagbar.“

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Petra Schoplocher

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