Verbot von Plastiktüten: Umweltminister kritisiert Supermarkt-Tricks

Deutschland “Taschen voller Fallen”

Umweltminister Lemke mahnt Supermärkte, Plastiktütenverbot einzuhalten

Stand: 11:53 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) warnt Supermärkte vor Betrugsversuchen beim Verbot von Plastiktüten

Quelle: Bernd von Jutrczenka / dpa

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Um das Verbot kostenloser Plastiktüten zu umgehen, machen Supermärkte diese oft dicker, sodass sie nicht mehr der Regulierung unterliegen. Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kritisiert das Vorgehen: “Ich hoffe, es bedarf keiner erneuten gesetzlichen Regelung.”

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat Supermarktbetreiber ermahnt, sich an das geltende Verbot von Plastiktüten im Einzelhandel zu halten. Die Märkte sollten ihren Teil dazu beitragen, die Flut von Einwegplastik einzudämmen und „Fangtüten“, die das Sortimentsverbot umgehen, schnell zu beseitigen, sagte Lemke der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund ist eine Praxis in Supermärkten und Drogerien, die auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert. In der Folge würden Supermärkte und Discounter Einweg-Plastiktüten einfach ein paar Mikrometer dicker machen, damit sie legal angeboten werden könnten. Das ist möglich, weil das seit dem 1. Januar 2022 geltende Verbot nur für Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis maximal 49 Mikrometer gilt.

“Das geltende Recht zu verletzen, indem man Einwegtüten nur etwas dicker macht, ist schlecht für die Umwelt. Ich hoffe, das braucht nicht noch einmal eine gesetzliche Regelung”, sagte der Minister und verwies auf die Praxis in Supermärkten. Die DUH hatte den Grünen-Politiker um Nachbesserung gebeten das Gesetz.

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Die Umwelthilfe wirft den Märkten vor, Tüten mit einer Wandstärke zwischen 50 und 60 Mikrometer anzubieten, um das gesetzliche Verbot zu umgehen. Das ergab eine Umfrage unter 13 deutschen Einzelhändlern und Drogerien, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heißt. Zuvor hatte RTL/ntv darüber berichtet.

Lemke verwies auch in Bezug auf das Plastiktütenverbot auf einen begrenzten Handlungsspielraum. So verbiete das EU-Recht derzeit das Verbot von dickwandigen Tüten, sagte Lemke.

In Deutschland wurden im Jahr 2019 vor Inkrafttreten des Verbots 1,490 Millionen leichte Plastiktüten mit einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometern in Umlauf gebracht.

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