– Ein Vitamin-B1-Mangel kann zum Beispiel durch eine Krankheit oder eine einseitige Ernährung verursacht werden. Doch was sind die Symptome und wie lässt sich der Mangel am besten behandeln?
- Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Taubheitsgefühle in Händen und Füßen sind einige der möglichen Symptome eines Vitamin-B1-Mangels.
- Der Körper nimmt das Vitamin aus der Nahrung auf und verwandelt es in Leber.
- Vitamin B1 ist in fast allen Lebensmitteln enthalten. In Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen steckt viel.
Definition: Was ist Vitamin B1?
Vitamin B1 gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Es wird auch Thiamin genannt, früher war auch der Begriff Aneurysma geläufig. Vitamin B1 ist an vielen lebenswichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Neben dem reibungslosen Ablauf der Energieproduktion in den Zellen ist Thiamin auch wichtig für Herz und Nervensystem.
Der menschliche Körper kann Vitamin B1 nicht selbst herstellen und nur für einen bestimmten Zeitraum speichern. Daher ist eine Zufuhr von Vitamin B1 über die Nahrung immer erforderlich. Bekommt der Körper über einen Zeitraum von zwei Wochen kein B1, sind die Speicher bereits halb leer. Nach etwa 40 Tagen sind alle wichtigen Vitaminvorräte vollständig aufgebraucht. Bevor Vitamin B1 die Zellen erreicht, wird es in der Leber zur aktiven Form (Thiaminpyrophosphat).
Was ist Thiamin?
Das Synonym für Vitamin B1 ist „Thiamin“ und wird synonym verwendet.
Thiamin: die Wirkung
Thiamin ist wichtig für folgende Körperfunktionen:
– Für das geistige Wohlbefinden – Für Fitness und Konstitution – Für die gesunde Funktion des zentralen Nervensystems – Für die Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie – Zur Förderung der Konzentration
Vitamin-B1-Mangel: Symptome
Sind die Vitamin-B1-Speicher erschöpft, können schwere Mangelerscheinungen auftreten. Das beinhaltet:
– Müdigkeit – Schlaflosigkeit – Appetitlosigkeit – Übelkeit – Herz-Kreislauf-Versagen – Depression, Angst und Reizbarkeit – Muskelschmerzen und Muskelschwäche – Taubheitsgefühl und Kribbeln in Händen und Füßen – Verminderte Konzentrationsfähigkeit – Verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
Wird der Mangel nicht ausgeglichen, droht im schlimmsten Fall eine Erkrankung durch Vitamin-B1-Mangel wie „Beriberi“. Diese Krankheit tritt vor allem in Entwicklungsländern und nur vereinzelt in Deutschland auf. Eine schwere Form der Beriberi-Krankheit führt oft zu Muskelschwund, was zu erheblichen Einschränkungen führen kann. Außerdem können sowohl das Herz als auch das Nervensystem geschädigt werden. Als Folge bilden sich Ödeme und im Extremfall Herzinsuffizienz.
Betroffene leiden häufig unter Symptomen wie Herzrasen, Atembeschwerden, Muskelkrämpfen oder Muskelschwäche. Später können neuronale oder psychische Funktionsstörungen wie Vergesslichkeit, Sensibilitätsstörungen, Verwirrtheit oder Psychosen auftreten. Ohne Behandlung kann ein Thiaminmangel zum Tod führen. Da das Vitamin jedoch in fast allen Lebensmitteln enthalten ist, müssen die wenigsten Menschen auf ihren Vitamin-B1-Spiegel achten.
Vitamin-B1-Mangel: Die Ursachen
In der Regel nimmt der Mensch genügend Thiamin über die Nahrung zu sich und ein Mangel tritt nur in seltenen Fällen auf. Dennoch können Defizite auftreten, insbesondere bei:
– Darmerkrankungen, die die Aufnahme des Vitamins verhindern – Lebererkrankungen, die die Umwandlung in Thiaminpyrophosphat stören – Extrem einseitige Ernährung – Verändertes Essverhalten und Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie – Alkoholabhängigkeit (schneller Abbau von Thiamin)
Darüber hinaus kann ein Vitamin-B1-Mangel auch während der Phasen des körperlichen Wachstums, der Schwangerschaft und der Stillzeit auftreten. Während der Schwangerschaft führt ein erhöhter Bedarf, meist in Kombination mit morgendlicher Übelkeit, in manchen Fällen zu einem Mangel.
Vitamin B1-Mangel: Behandlung
Bei einem Vitamin-B1-Mangel ist in der Regel eine medikamentöse Therapie erforderlich. Dies geschieht in der Regel durch das Schlucken von Pillen oder anderen Präparaten. Nur in seltenen Fällen wird das Vitamin gespritzt.
Eine Langzeitbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich. Betroffene sollten jedoch ihre Essgewohnheiten anpassen, um eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B1 zu gewährleisten. Eine Supplementierung sollte immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Bevor zu Vitaminpräparaten gegriffen wird, sollte immer die Ursache abgeklärt werden, damit mögliche Erkrankungen entdeckt und behandelt werden können.
Wo kommt Vitamin B1 vor?
Es gibt viele Lebensmittel mit Vitamin B1. Gute Quellen für Vitamin B1 sind zum Beispiel Vollkornprodukte, Haferflocken, Weizenkeime, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne oder andere Nüsse. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Erbsen sind ideal für die Thiaminzufuhr. Auch Gemüse wie Spargel, Zucchini, Brokkoli und Blumenkohl sollten auf dem täglichen Speiseplan stehen. Vitamin B1 ist aber auch in tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Rindfleisch, Eiern, Vollmilch und Huhn enthalten.
Diese Lebensmittel sind besonders reich an Thiamin:
– Hafer: 0,55 Milligramm pro 100 Gramm – Weizensprossen: 2,0 Milligramm pro 100 Gramm – Vollkornbrot: 0,23 Milligramm pro 100 Gramm – Brauner Reis: 0,41 Milligramm pro 100 Gramm – Linsen (roh pro 0,410 Milligramm Schweinefleisch): 0,41 Milligramm pro 100 Gramm: 0,8 Milligramm pro 100 Gramm
Reis und Getreide gehören weltweit zu den größten Lieferanten von Thiamin. In Deutschland decken die meisten Menschen ihren Vitamin-B1-Bedarf mit Backwaren wie Vollkornbrot.
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