Tour durch Italien, Österreich, Kroatien
Der Oligarch ist trotz Sanktionen mit seiner Tochter in Europa im Urlaub
Der russische Oligarch Vladimir Plotnikov reist mit seiner Tochter Sonia durch Europa. Ihren Sommerurlaub dokumentiert sie auf Instagram. Aber sie sollten nicht einmal hier sein.
Der russische Politiker Vladimir Plotnikov und seine Tochter Sonia Plotnikova machen Urlaub in Europa. Er geht nach Italien, Österreich und Kroatien. Ein Sommertraum. Sie sollten nicht einmal in Europa sein. Wladimir Plotnikow ist ein Vertrauter von Wladimir Putin (69).
Als Mitglied der russischen Staatsduma steht Plotnikov auf der von der EU sanktionierten Liste. Er reist jedoch gerne durch Europa. Das zeigen die Fotos, die ihre Tochter mit 126.000 Followern auf Instagram teilt.
Trüffelpasta in Venedig, Pferdekutsche in Wien
Zu sehen ist, wie die Tochter des Oligarchen in einem Boot die Kanäle von Venedig befährt, Trüffelnudelsuppe trüffelt und in einer Pferdekutsche durch Wien gefahren wird. An seiner Seite: sein Vater.
Plotnikovs Vermögen in EU-Ländern hätte eingefroren werden sollen. Es ist überhaupt verboten, in die EU einzureisen. Das bestätigt der Experte Volker Böhme-Nessler, Professor für Europarecht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, in “T-Online”.
Der Zugang hätte gesperrt werden müssen
Die Polizei hätte den Oligarchen an der Einreise hindern sollen. „Es kann ein Versagen, eine Fahrlässigkeit oder eine Korruption sein“, sagt er. Auch eine Passfälschung hält der Experte für möglich. Scheinbar ist der Betrug mit Pässen ein beliebtes Einreisemittel.
„Eigentlich müsste ihn die kroatische Polizei sofort festnehmen, an der Grenze abhören und abschieben“, sagt Böhme-Nessler.
“Du bist hier nicht willkommen”
Unter den Bildern der Tochter der Oligarchin Sonia Plotnikowa häuft sich massive Kritik. „Du bist hier nicht willkommen“, heißt es auf einem Foto der jungen Frau in Wien. „Besuchen Sie Butscha“, sagt er unter einem Foto von sich aus Kroatien. Eine Anspielung auf das Massaker russischer Soldaten in der ukrainischen Stadt.
Video zeigt den Einschlag: Russische Raketen treffen zwei Universitäten in Mykolajiw (01:03)
Einige der Kommentare sind viel extremer. Und doch sticht Sonia Plotnikova Kommentatoren immer noch. In ihrer Instagram-Story schreibt sie: „Proud to be Russian“. Und: “Kommentieren Sie Ihre Hasskommentare unter diesem Bild.” (EU)