Die Ukraine fordert das schon lange, aber jetzt ändern die USA wohl ihre bisherige Zurückhaltung. Künftig könnten die US-Streitkräfte auch mit in den USA hergestellten Multi-Rocket Artillery Systems (MLRS) und High-Mobility Rocket Launchers (HIMARS) beliefert werden.
Das MLRS-System wurde in den 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten und Europa entwickelt, aber seitdem ständig modernisiert. Die Wirkung und Fähigkeiten von Mehrfachraketenwerfern hängen von der abgefeuerten Munition ab, die üblicherweise ein Kaliber von 227 Millimetern hat.
Das breite Spektrum reicht von der sogenannten Flächenfeuerwaffe bis hin zum Abschuss von vier Meter langen Präzisionslenkflugkörpern, die Ziele in 300 Kilometern Entfernung treffen.
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Mit den Mehrfachraketenwerfern bekämen die ukrainischen Streitkräfte ein weiteres US-Waffensystem als Reaktion auf die jüngsten Erfolge der russischen Armee im Donbass-Gebiet in der Ostukraine, die ebenfalls im massiven Artilleriebeschuss stationiert ist.
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Es wäre auch ein weiteres Kapitel in der Waffenlieferung des amerikanischen Herstellers Lockheed Martin an die Ukraine. Außerdem plant das Nachbarland Polen den Kauf von 500 leistungsstarken HIMARS-Raketenwerfern.
In den USA hergestellte Waffen würden der Ukraine zusätzliche Optionen im Kampf gegen die angreifenden russischen Streitkräfte geben, aber sie würden nicht unbedingt einen waffentechnischen Wendepunkt ohnegleichen darstellen, sagen Experten nüchtern. Entscheidend sei, welche Art von Munition in welchen Mengen verschossen werde, berichtet die US-Militärzeitschrift „The Drive/The Warzone“.
Etabliertes Waffensystem mit konsolidierter Lieferkette
Einer der Vorteile des MLRS-Systems wäre, dass es der Ukraine ein gut etabliertes und bewährtes Waffensystem im Westen sowie eine etablierte Lieferkette geben würde. Die meisten ukrainischen Artillerie-Raketen stammen derzeit aus der Sowjetzeit, von denen einige im Laufe der Jahre von lokalen Unternehmen modernisiert wurden.
Zwar haben die ukrainischen Streitkräfte während des russischen Angriffskrieges bereits eine Reihe von RM-70-Mehrfachraketenwerfern (MRL) aus Tschechien erhalten, die 40 Raketen abfeuern können.
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Sie stammen jedoch aus der Zeit des Kalten Krieges und wurden entwickelt, um 122-mm-Raketen nach sowjetischem Standard abzufeuern. Die Streitkräfte der Ukraine verwenden auch eine breite Palette anderer Artillerie- und Raketensysteme aus der Sowjetzeit. Nun käme ein westliches System hinzu.
Aus taktischer Sicht sei es wahrscheinlich, dass US-Raketenwerfer auch mit ungelenkten Raketen ihre Ziele treffsicherer treffen als die derzeit in der Ukraine stationierten Raketenartilleriesysteme, sagen die Experten. Da Trägerraketen auch Langstrecken-Präzisionsraketen abfeuern können, ergäben sich weitere Einsatzszenarien, auch für offensive Operationen auf russischem Territorium.
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Ukrainische Militärexperten sprechen von der Möglichkeit, dass mehrere amerikanische Raketenwerfer “tief in russische Kampfverbände eindringen”. Damit könne die russische Seite nicht in die Manöver der Ukraine eingreifen und ihre Kräfte auf die Frontlinie konzentrieren, um die Verteidigungslinien zu durchbrechen, argumentiert Experte Mykola Bielieskov.
Das Pentagon schickt noch keine schweren Kampfpanzer, sondern M777-Granaten, die bereits im Einsatz sind. Die Haubitze feuert Projektile im Kaliber 155 mm ab, etwas kleiner als die Mehrfachraketenwerfer. Obwohl Deutschland die Lieferung von sieben selbstfahrenden Granaten zugesagt hat, trainieren ukrainische Soldaten immer noch damit.
Über die Ausbildung mehrerer US-Raketenwerfer für einen Einsatz in der Ukraine sind derzeit keine Details bekannt. CNN berichtet über die mögliche Lieferung der Systeme M270 und M142 mit dem nächsten US-Militärhilfspaket.
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Die Kanonen konnten 227-mm-Artillerie-Raketen und Kurzstreckenraketen (ATACMS) abfeuern. Der Raketenwerfer ist auf dem Raupenfahrwerk eines Bradley-Schützenpanzers montiert. Ein einziger M270 kann bis zu 24 Raketen (227 mm) oder zwei hochpräzise Lenkflugkörper abfeuern, bevor sie nachgeladen werden müssen.
Das leichtere Modell M142 (HIMARS) ist auf einem Lastwagen montiert und, obwohl es nicht so viele Raketen abfeuern kann, mobiler. Standardmunition erreicht Ziele in etwa 70 Meilen Entfernung.
Die Kurzstreckenrakete ATACMS soll auf eine Reichweite von 500 Kilometern erhöht werden
Die US-Verteidigungsindustrie arbeitet nun an einer neuen Raketengeneration, die die Kurzstreckenrakete ATACMS ersetzen soll, die vom Raketenwerfer abgefeuert werden kann. Dann soll er 500 statt bisher 300 Kilometer weit fliegen und einen kleineren Durchmesser haben als die bisherigen 61 Zentimeter.
Auch die Bundeswehr verfügt seit Jahrzehnten über mehrere Raketenwerfer. Sie sollten einen möglichen Vormarsch russischer Truppen während des Kalten Krieges stoppen. Seit 2011 wurde die Entwicklungsstufe des MARS II-Systems mit 22 Raketenwerfern eingeführt, die Raketen und Panzerabwehrminen abfeuern können. Bis zu zwölf Raketen können in 55 Sekunden zu einem Ziel von bis zu 84 Kilometern gelenkt werden. Die Bundeswehr spricht von einer hochpräzisen Waffe.
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Hinter den Aktivitäten des MLRS in Europa und der kontinuierlichen Modernisierung von Raketenwerfern stehen unter anderem das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann und die Nürnberger Diehl-Gruppe.
Bereits Ende der 1980er Jahre hatte Diehl eine Vielzahl von in den USA entwickelten MLRS-Raketen für die britischen, deutschen, französischen und italienischen Streitkräfte gefertigt und später auch eine Gefechtskopflösung mit sogenannter intelligenter Submunition für die Bundeswehr umgesetzt Kräfte. 2019 gab Diehl die Gründung einer Munitionsproduktionsstätte gemeinsam mit einem französischen Unternehmen bekannt.
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