Wandaufstellung mit „nopridemonth“ vor der Bibliothek Wien-Mariahilf

von. – 03.06.2022 13:52 (Akt. 04.06.2022 09:51)

Wien-Mariahilf: Vor einem Bibliothekseingang wurde eine Wand mit der Aufschrift „nopridemonth“ errichtet. © REUTERS / Regis Duvignau (Symbolbild)

Vor dem Eingang der Zweigbibliothek Gumpendorfer Straße in Wien-Mariahilf wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Mauer mit der Aufschrift „nopridemonth“ errichtet.

Auch die dort verstreuten Flugblätter weisen auf einen rechtsextremen Hintergrund hin. Die Störaktion richtete sich gegen eine für heute angekündigte Lesung der Dragqueen Candy Licious. Politische Vertreter Wiens und des Bundes sowie der HOSI-Wien reagierten mit Entsetzen.

Wand vor der Bibliothek Wien-Mariahilf entfernt

Die Wand vor der Bibliothek Mariahilf sei inzwischen entfernt worden, sagte ein Bibliothekssprecher auf Anfrage der APA. Die Steine ​​wurden mit PU-Schaum verklebt. Die dort gefundenen Flugblätter kritisierten die “staatlich geförderte Globohomoideologie”. Da das Vorlesen im Rahmen des Pride Month ein Kinderbuch ist, beklagte sie auch die „frühe Sexualisierung“.

Wiens Integrationsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) sagte in einer Mitteilung, dass die Lesung wie geplant heute um 15 Uhr stattfinden werde. „Dieses Ereignis ist schockierend, schockierend und muss zutiefst verurteilt werden. Unsere Aufgabe ist es, jeden Tag für Vielfalt in unserer Weltstadt einzustehen. Volle Solidarität mit der gesamten LGBTIQ-Community!“

Veranstalter Vienna Pride: Danke an die Behörden

Katharina Kacerovsky-Strobl, die Organisatorin des Vienna Pride, bedankte sich bei den Behörden für die Kooperation: Ab sofort kann die Lesung wie geplant und ohne Sorgen durchgeführt werden“.

Ann-Sophie Otte, Präsidentin der HOSI Wien, sagte: „Aktionen wie diese zeigen, warum der Vienna Pride und die Regenbogenparade, Österreichs größte Veranstaltung, nach wie vor Aufklärung und Dialog brauchen, damit LGBTIQ-Menschen endlich mit dem gleichen Respekt behandelt werden wie.“ alle anderen in unserer Gesellschaft. Wer diesen Dialog vermeiden will, liegt falsch.“

LGBTIQ-Grünen-Sprecher: „Völlig unverständlich“

“Es ist völlig unverständlich, dass das passieren konnte. Sowohl die Polizei als auch der Verfassungsschutz berichten seit Wochen, dass reaktionäre und rechtsextreme Gruppen in großem Stil gegen Pride mobil machen”, sagte die Sprecherin von LGBTIQ und Green Human Rights. Ewa Ernst-Dziedic, aufgebracht. Die Gemeinde sollte Angst haben. Die „untragbare Risikolage“ von Ländern wie Ungarn und Polen erstreckt sich nun auch auf Österreich. Dies sollte vermieden werden. Kein Millimeter des „Widerständigen und Reaktionären“ wird entfernt.

„Warnung seit Jahren vor steigender Zahl von Angriffen auf die LGBTIQ-Community“

Auch SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner zeigte sich überrascht. „Wir warnen seit Jahren davor, dass die Zahl der Angriffe auf die LGBTIQ-Community zunimmt. Dieser neue Vorfall zeigt einmal mehr, dass eine kleine Minderheit einen widerlichen Hass auf Vielfalt in unserem Land hat.“ Das könne die Politik nicht durchgehen lassen, betonte er in einer Aussendung. Er forderte ein koordiniertes Vorgehen auf Bundesebene gegen solche Störaktionen. Denn eine solche Veranstaltung mit Kindern „ist kein Kavaliersdelikt“.

Kritik kam auch von der FPÖ durch die Sendung, aber zur Lesung. Die „Sexualisierungspropaganda“ von Kleinkindern sei „deutlich abzulehnen“, sagte der Mariahilfer Kreisvorsitzende Leo Kohlbauer. Es ist inakzeptabel, dass Kinder mit der öffentlich finanzierten „Globohomo-Ideologie“ indoktriniert werden.

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