Zwei Fälle von Diphtherie in Österreich, ein Mann starb in Wien

Diphtherie wird durch Toxine (Toxine) von Bakterien verursacht – Corynebacterium diphtheriae. Bakterien werden durch Tröpfchen und engen Kontakt übertragen. Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt in der Regel zwei bis fünf Tage. Das Krankheitsbild kann von einer lokalen Infektion im Nasen-Rachen-Raum über eine Kehlkopfdiphtherie bis hin zu einer schweren toxischen Form mit Schädigung des Herzmuskels, der Nieren oder der Leber bis hin zum Tod reichen. Menschen, die ausreichend geimpft sind, können C. diphtheriae in Nase und Rachen tragen und übertragen, ohne selbst krank zu werden. Die Krankheit werde mit Antibiotika und einem Gegenmittel behandelt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Bei den Betroffenen, von denen einer starb, handelt es sich laut APA-Anfrage an das Büro von Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) um Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die Behandlung erfolgte in der Klinik Favoriten, die für ihre Spezialabteilung für meldepflichtige Infektionskrankheiten bekannt ist. Weitere personenbezogene Daten wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen vom Gesundheitsministerium und vom Magistrat der Stadt Wien nicht bekannt gegeben.

Ob die beiden Fälle miteinander in Berührung kamen, ist noch unklar. Das städtische Gesundheitsamt ging davon aus, dass beide Personen ungeimpft waren, zumindest war der Impfstatus unbekannt. Der Bevölkerung wurde geraten, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und eventuell erforderliche Impfungen oder Verstärkungen nachzuholen. Dies sei jedoch “nicht dringend” notwendig, teilte das Büro des Stadtrats der Hackerstadt mit, sondern eher beim nächsten planmäßigen Arztbesuch.

Generell gibt es in Österreich eine hohe Diphtherie-Impfquote, da die Impfung schon lange im Kinderimpfprogramm verankert ist. „Aus den Impfquoten, die wir in Relation zur Anzahl der Teile im kostenlosen Impfprogramm analysieren konnten, wissen wir zum Beispiel, dass die Impfquoten von elf bis 13 Jahren bei über 85 Prozent liegen“, berichtete der Leiter das Impfreferat des Gesundheitsministeriums, Maria Paulke-Korinek, im Ö1 „Mittagskalender“. Er betonte jedoch die Wichtigkeit regelmäßiger Updates.

Die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel im Rahmen der Sechsfachimpfung gegen Diphtherie-Tetanus-Polio-Husten-Rachen-Hepatitis B-Hämophilus B im kostenlosen Kinderimpfprogramm. Empfohlen werden drei Impfungen im dritten, fünften und elften im zwölften Lebensmonat. Kombinationsimpfstoffe, die Komponenten gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und möglicherweise Kinderlähmung enthalten, werden für Personen über sechs Jahren empfohlen. Die erste Auffrischimpfung wird zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr empfohlen, dann alle zehn Jahre oder ab dem 60. Lebensjahr alle fünf Jahre.

Nach 20 Jahren ohne Diphtherie wurden in Österreich seit 2014 Einzelfälle von Hautwunden oder Diphtherie gemeldet; es gibt jetzt zwei Fälle von respiratorischer Diphtherie. Weitere labordiagnostische Abklärungen seien im Gange, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Infektionen über die beiden Fälle hinaus seien vorerst nicht zu befürchten.

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