Vier Generationen: Queen am Donnerstag vor Buckingham Palace mit Prinz Charles und Camilla (links) und Prinz William und Kate mit Prinz Louis, Prinzessin Charlotte und Prinz George Bild: Reuters
Anlässlich ihres 70. Jubiläums gelingt es Königin Elizabeth II., die tief gespaltene britische Gesellschaft für einen Moment zu versöhnen. Die Feier verbindet Einfallsreichtum und Pomp, Respekt und Ironie.
Um die vorzeitige Verbindung anzuerkennen, die die Queen in der gespaltenen britischen Gesellschaft herstellt, musste man sich am Donnerstag nur zurücklehnen. Mehr als siebzig Flugzeuge der Royal Air Force flogen ihre farbenfrohen nationalen Formationen über den Buckingham Palace, und die Stimmung war überwältigend. Kaum jemand beschwerte sich, nicht einmal der Teil der Gesellschaft, der sonst gerade in Zeiten hoher Energiepreise über die Verschwendung fossiler Brennstoffe oder die Verherrlichung der Vergangenheit, in diesem Fall des „Battle of Britain“, klagt. Königin Elizabeth II. ist über den Niederungen im Streit. Sein Platin-Geburtstag lockert die Reflexionen alltäglicher politischer und kultureller Kämpfe auf.
Die Briten gönnen sich zwei Feiertage und ein Wochenende, um den 70. Geburtstag ihrer Queen zu feiern. Staatliche Veranstaltungen wie die Parade „Trooping the Colour“ oder der Gottesdienst in der St. Paul’s Cathedral werden flankiert von Popkonzerten internationaler Stars, aber auch von zahlreichen Community-Events. Die Behörden haben mehr als 16.000 Straßenfeste genehmigt. Jubiläumsgeschirr, das bis zu achtzig Euro kostet, und fast alle anderen Sondereditionen von Porzellanmanufakturen wurden vor Donnerstag gekauft, obwohl das Land unter einer “Lebenshaltungskrise” stöhnt.