Der Extremist Andreas Kalbitz kehrt auf die AfD-Bühne zurück

Kalbitz mit den ehemaligen AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland (Mitte) und Jörg Meuthen (r.): Kalbitz folgte Gauland als Brandenburger Landeschef, Meuthen machte gegen ihn mobil. (Quelle: Jens Schicke / imago-images-bilder)

Kalbitz-Kritiker „entsetzt“

Nun befürchten diejenigen in der Partei, die wie Meuthen die AfD wieder moderieren möchten, dass beim Parteitag im Juni alle Dämme brechen. Das kritischere Lager Kalbitz in Brandenburg zeigt sich bestürzt über die Entscheidung des eigenen Vorstandes. Auch auf Bundesebene wird befürchtet, dass Mehrheiten nicht ausreichen werden, um noch mehr Kalbitz einzudämmen, und der neue Bundesvorstand von “Männern und Frauen auf dem Flügel” dominiert werden könnte.

Einziger Parteivorsitzender ist derzeit der Sachse Tino Chrupalla, ein Vertreter der extremsten Ostverbände. Der gesamte Bundesvorstand wird im Juni neu gewählt. Chrupalla wurde für seine Führungsschwäche kritisiert, gilt aber trotz der jüngsten schlechten Wahlergebnisse der Partei als aussichtsreicher Kandidat für den Spitzenposten. Vor allem, weil ihm die extremsten Kräfte leicht zustimmen können. Chrupalla ist vielleicht selbst kein „Flügelmann“, sondern eine „freiwillige Marionette“ für Männer wie Kalbitz und Höcke, wie seine Kritiker sagen. Bereit, alles fallen zu lassen und gleichzeitig an der Macht zu bleiben.

Im heiklen Fall Kalbitz hat sich Chrupalla bereits für die Brandenburger positioniert. Als Meuthen auf sein Exil drängte, sprach sich Chrupalla, der bereits Parteivorsitzender war, in einer Ansprache mit Meuthen gegen den Austritt aus der Mitgliedschaft in Kalbitz aus. Damals erfolglos.

Kalbitz will Meuthens Kurs “korrigieren”.

Kein Wunder, dass Andreas Kalbitz Chrupallas Kritik nicht teilt: Er habe “Ursache und Wirkung” verdreht, sagte er am Montag gegenüber t-online. „Es waren offenbar die letzten zwei Jahre der Mehrheitsführung von Meuthen & Co., die für eine Reihe von Fehlschlägen gesorgt und die Stimmung in der Partei vergiftet haben.“ Dies muss nun „korrigiert“ werden, um wieder auf den politischen Erfolgspfad zurückzukehren.

Kalbitz sieht Brandenburgs Antrag auf Rehabilitierung als „positives Signal“ und sieht den Juni-Parteitag als „wichtigen Meilenstein zur Festigung der Partei, die sie sein soll“. Zumindest diese letzte Einschätzung wird auch von Kalbitz-Kritikern geteilt. Aber freuen Sie sich auf den Parteitag im Juni und die „Korrektur“, die Kalbitz & Co. im Gedächtnis haben.

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